Logobalken der Organisation
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Riskanter Alkoholkonsum unterscheidet sich kaum von normalem Trinken

Etwa 85% der erwachsenen Schweizer Bevölkerung trinken Alkohol. Alkohol gehört bei uns zu jeder Feier, auf jede Beförderung wird damit angestossen und er wird auf jeden Schock verarbreicht. Bei uns ist es also normal, Alkohol zu trinken. Und gerade diese Normalität macht es so schwer, zu erkennen, ab wann der Konsum kritisch wird. Es gibt keinen Alarm, der losgeht, wenn jemand die Schwelle vom unproblematischem zum Risiko-Konsum überschreitet. Weil ein leichter Risikokonsum sich aber kaum vom normalen Trinken unterscheidet, erkennen das sowohl die Risikokonsumentinnen und –konsumenten als auch ihre Umgebung meist erst, wenn das Trinken Folgen hat.

Im folgenden werden wir immer wieder über schädliche Mengen von Alkohol sprechen. Um Trinkmengen so gut als möglich zu veranschaulichen, wurde der Begriff ‚Standarddrink’ entwickelt. Ein Standarddrink entspricht der handelsüblichen kleinsten Menge eines alkoholischen Getränkes, das Sie im Restaurant erhalten können: Also 1 dl Weiss- oder Rotwein, oder 3 dl Bier. Diese Menge enthält etwa 12-14g reinen Alkohol.

Weil es zwei verschiedene Arten von Gefährdung durch Alkohol gibt, wird zwischen episodischem und gewohnheitsmässigem Risikokonsum unterschieden. Ab wie vielen Standarddrinks wird es also gefährlich?

Risikokonsum und seine Auswirkungen

Gewohnheitsmässiger Risikokonsum beginnt bei 3 Standardgläsern für Männer. Frauen vertragen weniger Alkohol als Männer. Deshalb beginnt der gewohnheitsmässige Risikokonsum bei Frauen bereits bei 1,5 Standardgläsern. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt Männern deshalb nicht mehr als 2, Frauen nicht mehr als 1 Standarddrink täglich. Aber weshalb ist dieser Konsum als gefährlich betrachtet? Untersuchungsergebnisse haben gezeigt, dass ein täglicher oder beinahe täglicher Konsum von Alkohol von mehr als 60-80g reinem Alkohol für Männer und von 20-40g reinem Alkohol für Frauen zu Organschädigungen führt. Hauptsächlich betroffen sind die Leber, das Hirn, der Magen-, Darm- und Verdauungstrakt.

Ganz anders liegt die Gefahr beim episodischen Risikokonsum. Dieser führt nicht zu Organschäden, sondern zu einer erhöhten Unfallgefahr. Verglichen mit nüchternen Personen, liegt das Risiko, einen Verkehrsunfall zu machen, mit 0,5Promille schon doppelt so hoch, bei 1Promill bereits 7 mal so hoch und steigt weiter überproportional an. Mit 1,8Promillen liegt es etwa 30 Mal höher. Ähnliches gilt bei Unfällen im Haushalt, an der Arbeit und anderen Unfällen im öffentlichen Raum. Bei Männern liegt ein episodischer Risikokonsum vor, wenn sie pro Trinkgelegenheit mehr als 5 Standardgläser trinken, bei Frauen liegt der Wert bei über 4 Standardgläsern.

Risikokonsum ist nicht gleichbedeutend mit Abhängigkeit

Wenn Sie merken, dass sie zu den episodischen oder gewohnheitsmässigen Risikokonsumentinnen und –konsumenten gehören, tun Sie ihrer Gesundheit etwas Gutes, wenn Sie Ihren Konsum auf die empfohlene Menge herunterschrauben (s. weiter oben).

Falls Ihnen das nicht gelingen sollte, bieten wir Ihnen gerne eine Kurzberatung von 5 Sitzungen an. Wir werden in der ersten Sitzung zusammen Ihre Situation klären und in den darauffolgenden Sitzungen mit Ihnen gezielt an einer Reduktion Ihres Trinkverhaltens arbeiten.

Regina Burri, 02.09.2004


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