Logobalken der Organisation
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Abstinenz, kontrolliertes Trinken und ...

Schon seit Jahren wirft das kontrollierte Trinken hohe Wellen. Kann die Behandlung von Risikotrinkerinnen und -trinkern durch kontrolliertes Trinken verbessert werden? Diese Frage wurde von oberster Stelle in unserem Lande gestellt – nämlich von der Eidgenössischen Kommission für Alkoholfragen und dem Bundesamt für Gesundheit. Kontrolliertes Trinken ist ein Programm, in dem Menschen mit einem Problematischen Alkoholkonsum lernen können, ihren Alkoholkonsum in den Griff zu bekommen.

Menschen, bei denen kontrolliertes Trinken gute Erfolgsaussichten hat, erfüllen einige wichtige Voraussetzungen. Sie trinken zwar Alkohol in riskantem Stil, sind aber nicht abhängig. Ihr Trinken hat noch nicht zu Konflikten im Arbeits- oder Privatleben oder zu Problemen im gesundheitlichen Bereich geführt. Sie konsumieren Alkohol nicht um einen bestimmten Zweck zu erfüllen, wie z.B. um Ängste zu verkleinern, depressive Verstimmungen zu bewältigen oder Stress zu lösen. Sie sind zuversichtlich, dass sie ihr Trinken regeln und die Regeln einhalten können. Von ihren Bezugspersonen im privaten und Arbeitsleben werden sie in ihrem Bemühen, kontrolliert zu trinken unterstützt. Das ergab eine Bestandesaufnahme des aktuellen Wissens, die Harald Klingemann von der Berner Fachhochschule für Sozialarbeit zum heutigen Wissensstand über das kontrollierte Trinken initiierte.

Auch bei Menschen, die gemäss Joachim Körkel von der Quest Akademie in Heidelberg nicht mehr abstinent sein können, hat das kontrollierte Trinken heute einen akzeptierten Platz. Es kann eine Schadenminderung bewirken. Konsequenterweise hat die Quest Akademie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Abstinentenbund in Einrichtungen der Obdachlosenhilfe das Angebot des kontrollierten Trinkens eingeführt. Einem Teil von ihnen konnte das Programm des kontrollierten Trinkens dabei helfen, die schädliche Trinkmenge zu reduzieren. Für einige war es auch ein Zwischenziel auf dem Weg zur Abstinenz.

Daniel war der ideale Kandidat für kontrolliertes Trinken. Seine Arbeit gefiel ihm und seine Qualifikationen zeigten, dass sein Arbeitgeber ihn und seine Arbeit schätzte. Auch im Schosse seiner Familie fühlte er sich wohl. Abends auf dem Nachhauseweg hielt er noch rasch im Restaurant an. Im Laufe der Zeit hatte er sich angewöhnt, am Feierabend zwei Liter Bier zu trinken. Er brauchte Alkohol weder um schlafen zu können, noch um seine Stimmung zu verbessern und auch nicht um sich im Umgang mit anderen Menschen sicherer zu fühlen. So hatte Daniel keinen Anlass, um sich über seinen Alkoholkonsum Gedanken zu machen. Umso erstaunter war er, als er von seinem Arzt darauf hingewiesen wurde, dass sein Konsum vom gesundheitlichen Standpunkt aus nicht mehr unbedenklich war. Denn obwohl regelmässiger Alkohol in kleinen Mengen das Herzinfarktrisiko senkt, ist es in grösseren Mengen genossen, ein Organgift. (Die Obergrenze für nicht schädlichen Gebrauch von Alkohol liegt gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO bei 40g reinem Alkohol für Männer, das ist etwa 1 Liter Bier und 20 g für Frauen, etwa ein halber Liter Bier. Das Bundesamt für Gesundheit liegt mit seiner Obergrenze für Männer etwas höher und empfiehlt höchstens zwei Stangen täglich). Deshalb riet ihm sein Arzt, nicht mehr als zwei Stangen täglich zu trinken – eine Empfehlung, die Daniel sofort in die Tat umsetzte.

Wer mehr über kontrolliertes Trinken wissen möchte, kann sich bei der Internet-Adresse www.kontrolliertes-trinken.ch umfassend informieren oder sich an unsere Beratungsstelle wenden.


Regina Burri, LT 06.04.2006


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