Logobalken der Organisation
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Chatten und surfen im Internet

Es ist noch gar nicht so lange her, da erschien uns das Internet als unglaublich futuristisch. Schnell hat es jedoch unseren Alltag erobert und ist heute kaum mehr daraus wegzudenken. Es hat uns ungeahnte Möglichkeiten eröffnet, brachte aber auch unerwartete negative Begleiterscheinungen oder Gefahren mit sich.
Von den ca. 2 Millionen Internet-Benützerinnen und -Benützer in der Schweiz gelten etwa 3% oder rund 50'000 als internetsüchtig oder zumindest als gefährdet.
Umso erstaunlicher ist es, dass diese Menschen bis jetzt kaum je bei den Suchtberatungsstellen aufgetaucht sind. Wo sind sie, fragen wir uns? Mit recht grosser Wahrscheinlichkeit dürften sie gerade im Netz anzutreffen sein. Gemäss einer Schweizer Studie von Eidenbenz aus dem Jahre 2001 verbrachten süchtige Konsumentinnen und Konsumenten durchschnittlich mehr als 35 Stunden pro Woche im Netz. Die Suchtgefährdeten waren durchschnittlich 20 Stunden pro Woche online.
In Fachkreisen wird je nach Art der bevorzugten Websites oder Internetdienste von verschiedenen Untergruppen von Internetsucht gesprochen. Für die einen sind besonders Internet-Spiele mit Geldeinsatz, -Auktionen, -Wetten, -Einkaufen etc. faszinierend, wobei sie nicht selten hohe Geldsummen verlieren (sog. Netz-Zwangshandlungen). Andere können nicht mehr stoppen beim Herunterladen und Sammeln von Informationen, Programmen, Musik etc. aus dem Web (auch Informations-Overload genannt). Wieder andere konsumieren exzessiv Internet-Pornos oder halten sich regelmässig stundenlang in Erotik-Chats auf (Online-Sexsucht). Aber auch der Konsum von normalen Chat – und Kommunikationssystemen wie E-mails, Kontaktanzeigen, interaktive Spiele etc. kann süchtig machen. Das kann so weit gehen, dass früher nahestehende Menschen aus der realen Offline-Umgebung dadurch völlig vernachlässigt werden (Online-Beziehungssucht). Verwandt mit der Internetsucht ist auch die sogenannte Computersucht. Hierbei beschäftigen sich die Süchtigen ebenfalls exzessiv mit dem Computer, jedoch ohne dabei online zu sein.

Ab wann ist jemand internet- oder computersüchtig? Die Grenze zwischen der Faszination für das Neue und der Abhängigkeit vom Medium ist fliessend. Aber es gibt gewisse Anzeichen für eine beginnende Internetabhängigkeit:
- Wenn der Computer und das Internet beinahe so wichtig oder gar wichtiger werden als die Realität.
- Wenn Sie Ihren Internetkonsum verharmlosen und herunterspielen.
- Wenn Sie ständig ans Internet denken, auch wenn Sie nicht im Netz sind.
- Wenn wichtige (reale) soziale Kontakte wie Partner, Kinder, Freunde etc. dadurch vernachlässigt werden.
- Wenn es aufgrund Ihres Internetkonsums zu Schlafmangel oder Leistungsabfall bei der Arbeit oder in der Schule kommt.
- Wenn Sie es nicht schaffen, die Dauer Ihres „Online-Seins“ selbst einzuschränken.
- Wenn sich Ihnen nahestehende Menschen über Ihre häufige Internetnutzung beklagen, bzw. Sie schon darauf angesprochen haben.
- Wenn Sie nervös und gereizt werden, wenn das Netz nicht verfügbar ist.

Sind Sie neugierig geworden? Möchten Sie wissen, wie es um Ihren eigenen Internet-Konsum steht? Sie können sich selbst testen, z.B. unter www.netaddiction.com („Self Tests“, in englischer Sprache) oder an unsere Beratungsstelle wenden für eine erste unverbindliche Sitzung. Wir bieten Betroffenen wie auch Angehörigen Informationen und Beratung oder unterstützen Sie dabei, wenn Sie Ihren Internetkonsum einschränken möchten. Afra Berg, LT, September 2005

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