Logobalken der Organisation
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Medikamente mit Suchtpotenzial

Nur wenige Medikamente haben ein Suchtpotenzial. Dazu gehören vor allem:

- Schlafmittel (darunter solche, die Benzodiazepine als Wirkstoff haben (z.B. Valium, Rohypnol) oder ähnliche Wirkstoffe, Barbiturate)
- Beruhigungsmittel (auch darunter Benzodiazepine)
- Anregungsmittel (darunter solche, bei denen Amphetamine der Wirkstoff ist)
- Abmagerungsmittel (ebenfalls solche mit Amphetaminen)
- Schmerzmittel (darunter opioidhaltige Schmerzmittel oder ähnliche Substanzen und koffeinhaltige Mittel)
- Hustenmittel (auch dabei opioidhaltige Mittel oder ähnliche Substanzen

Aber auch Medikamente, die als Narkosemittel oder Antiepileptika verkauft werden und Nikotinpräparate haben ein Suchtpotenzial. Auch viele Schmerz- und Fiebermittel, die kein ausgewiesenes Suchtpotenzial haben, werden immer wieder missbraucht (z.B. Aspirin, Panadol etc.). (Die Deutsche Hauptstelle für Drogenfragen (DHS) empfiehlt, rezeptfreie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als zehn Mal im Monat einzunehmen. Bei einer häufigen Einnahme besteht die Gefahr von dumpfen Dauerkopfschmerzen und (bei pararcetamolhaltigen Mitteln wie Aspirin) von schweren Nierenschäden.

Schlaf- und Beruhigungsmittel

Die Schlaf- und Beruhigungsmittel sind die Medikamente mit Suchtpotenzial, die am häufigsten täglich und über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Wirksubstanz bei vielen dieser Mittel sind Benzodiazepine und ähnlich wirkende Stoffe und Barbiturate.
Die Altersstruktur der Menschen, die täglich Schlaf- und Beruhigungsmittel einnehmen ist eindrücklich: Der Konsum steigt mit zunehmendem Alter an, wobei ein erster grösserer Anstieg (mehr als eine Verdoppelung) erstmals im Alter zwischen 35 und 44 stattfindet.
Erfreulich ist, dass zwischen 1997 und 2003 erstmals eine Reduktion des Konsums feststellbar ist. Das ergab die Gesundheitsbefragung aus dem Jahr 2003.

Schlaf- und Beruhigungsmittel haben ein tieferes Suchtpotenzial als opiat- oder amphetaminhaltige Medikamente. Trotzdem ist der tägliche Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln, hauptsächlich der Benzodiazepine wesentlich höher. Auch wenn der Konsum der Benzodiazepine in den letzten Jahren rückläufig ist, liegen sie unter den Medikamenten, die zu Suchtproblemen führen können, noch immer an der Spitze. Bei der Einnahme dieser Medikamente ist Vorsicht geboten. Bereits nach 3 bis 8 Wochen regelmässiger Einnahme kann sich eine Abhängigkeit entwickeln.

Valium©, Temesta©, Lexotanil© und andere Benzodiazepine
Wie die Maskierung der Entzugssymptome die Abhängigkeitsentwicklung beeinflusst (PDF 241KB)

Valium©, Librium© und andere Benzodiazepine (1)
Langwirksame Benzodiazepine und die Gefahr einer Wirkstoffkonzentration (PDF 102.3KB)

a) Schlafmittel
Deutlich mehr Frauen als Männer konsumieren mindestens 1x pro Woche Schlafmittel. Auch der Anteil der Frauen, die täglich Schmerzmittel konsumierten war höher. Die Mehrheit der Menschen, die täglich Schlafmittel einnehmen, tun dies schon länger als ein Jahr.
2003 konsumierten Frauen Schlafmittel:
- ca. 1% etwa einmal pro Woche
- ca. 1-2% mehrmals wöchentlich
- ca. 3-4% täglich
Bei den Männern war der Konsum im selben Jahr:
- etwas weniger als 1% ca. einmal pro Woche
- etwas weniger als 1% mehrmals wöchentlich
- etwas mehr als 1% täglich.

Beruhigungsmittel

Verglichen mit den Schmerzmitteln nehmen weniger Personen mindestens ein Mal pro Woche, aber nicht täglich Beruhigungsmittel zu sich. Der tägliche Konsum von Beruhigungsmitteln ist bei den Frauen etwa gleich hoch wie bei den Schlafmitteln. Hingegen nehmen mehr Männer täglich Beruhigungsmittel ein als Schlafmittel.

Schmerzmittel

Die Zahl der Menschen, die im Jahr 2003 mindestens einmal pro Woche Schmerzmittel eingenommen haben, liegt wesentlich höher als bei den Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Bei den Frauen waren es etwas weniger als 18% und bei den Männern etwas mehr als 10%. Ca. 5% der Frauen konsumierten täglich Schmerzmittel, etwas weniger als 3% der Männer. Hingegen war bei den Schmerzmitteln die punktuelle (nichttägliche) Einnahme wesentlich höher. Gerade Opioide sind sehr stark wirksame Schmerz- und Betäubungsmittel mit einem hohen Suchtpotenzial. Deshalb werden sie meist auch nur bei starken Schmerzen und vorübergehend verschrieben. Die Gefahr eines Suchtproblem besteht, wenn diese Mittel missbräuchlich eingesetzt werden. Die Einnahme erfolgt dann weniger wegen der schmerzstillenden Eigenschaften sondern mehr wegen der euphorisierenden Wirkung. (Link für den interessierten Leser: www.dhs.de

Amphetaminhaltige Mittel (oft in Anregungs- und Abmagerungsmitteln)

Amphetamine ist eine Gruppe synthetisch hergestellter Substanzen. Sie finden (neben ihrer Verbreitung in sog. Partydrogen) in anregenden und hungerstillenden Medikamenten Anwendung. Sie haben ein hohes Suchtpotenzial. Von einem regelmässigen Konsum ist abzuraten, denn er birgt das hohe Risiko, einer Suchtentwicklung.
In der Gesundheitsbefragung 2003 wurden diese Mittel nicht erfasst, weil bei die bei früheren Befragungen nur vereinzelt Angaben dazu gemacht wurden. Allerdings hat aufgrund der Verkaufsstatistiken zwischen 1996 und 2003 eine rapide Zunahme der Verkäufe von Mitteln, die häufig amphetaminhaltig sind und deshalb ein hohes Suchtpotenzial haben, stattgefunden: 1996 waren es ca. 25'000 Packungen, 2003 bereits ca. 100'000. Weitere Informationen zu Amphetaminen finden Sie unter: www.dhs.de

Quellenangabe: Etienne Maffli, „Zahlen und Fakten zum Gebrauch und Missbrauch von Medikamten in der Schweiz, 1992 – 2003, in: Abhängigkeiten 2/2005, Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA), Lausanne


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