Logobalken der Organisation
Logobalken der Organisation

Jugend und Alkohol

Aufgeschreckt durch Jugendliche, die auf öffentlichen Plätzen trinken, ist das Thema Jugend und Alkohol in den letzten Jahren wiederholt durch die Presse gegangen. Verstärkt wurde dieses Interesse auch durch die neuesten Untersuchungsergebnisse, die zeigen, dass der Konsum von Alkohol bei Jugendlichen in den letzten Jahren zugenommen hat.

Alkohol ist in unserer Kultur fest verankert. Die meisten Jugendlichen in unserer Gesellschaft lernen, mit Alkohol umzugehen. In der Regel machen sie ihre ersten Erfahrungen mit Trinken von Alkohol in der Familie. Sie erhalten ihr erstes Glas Wein, Sekt oder Bier von den Eltern oder anderen Erwachsenen, die sie bei dieser Erfahrung begleiten und sich um sie kümmern, wenn es zu negativen Reaktionen kommt.

Einige Zahlen und Fakten

Die Hälfte aller Mädchen und Jungen haben ihr erstes alkoholisches Getränk bereits im Alter von 12 Jahren probiert. Im Alter von 16 Jahren haben bereits gut 90% Erfahrungen mit dem Konsum von Alkohol.

40% der 15/16-Jährigen Jungen und 26% der gleichaltrigen Mädchen trinken mindestens 1 Mal pro Woche. Die Mädchen bevorzugen Wein und Alcopops, die Jungen Bier.

In den letzten Jahren trinken Jugendliche vermehrt Spirituosen, es gibt Hinweise, dass sie dies tun, um sich zu betrinken. Mit 14 Jahren hatten 50% der Jugendlichen mindestens einen Rausch gehabt, mit 16 Jahren sind es bereits 83% der Jungen und 77% der Mädchen.

Männliche Jugendliche konsumieren mehr und häufiger Alkohol als weibliche. Sie haben häufiger Rausch- und Katererfahrungen und sind öfter von negativen alkoholbedingten Begleitfolgen betroffen.

Der grosse Teil der Jugendlichen, nämlich ca. 87% der 16-Jährigen, haben keine Probleme damit. Die Hälfte der Jugendlichen, die Probleme mit Alkohol hat, haben diese 7 Jahre später überwunden. Bei Berufsaufnahme und Familiengründung hören sie mit dem problematischen Konsum auf.

Aber diese Zahlen sagen nichts über die Gefährlichkeit des Konsum von Alkohol für die einzelnen Jugendliche aus. Damit fehlt den Jugendlichen und ihren Eltern der Hinweis, ab wann ein Konsum problematisch wird.

Welche Jugendlichen sind gefährdet?

Auch wenn eine Gefährdung nicht absolut erkannt oder ausgeschlossen werden kann, gibt es doch einige Merkmale dafür.

Ein Grossteil der Jugendlichen, die konsumieren, haben keine Probleme damit. Von den untersuchten Problemtrinkerinnen und –trinkern wiesen nur 50% sieben Jahre später noch einen problematischen Konsum auf (Leppin 2000). Die andere Hälfte hört bei der Berufsaufnahme und Familiengründung damit auf.

Kandel et al (in Leppin 2000) fanden, dass 38% der 9 bis 18 jährigen, die in den letzten sechs Monaten mindestens einmal wöchentlich Alkohol konsumiert hatten, die Kriterien für ‚schädlichen Gebrauch’ erfüllten. Darüber hinaus zeigte sich auch ein erhöhtes Risiko für andere psychiatrische Diagnosen.

Gemäss Leppin (2000) ist ein frühes Einstiegsalter ein 1. Indiz für einen späteren Missbrauch (Leppin 2000). Zwischen dem durchschnittlichen Konsumbeginn von Alkohol bei stark Gefährdeten mit 11,1 Jahren und den gering gefährdeten, die erst mit 14.1 Jahren den ersten Alkohol trinken, lagen 3 Jahre (Farke und Broekman 2003). Dagegen kommt Vogt (2004) zum Schluss, dass das Einstiegsalter keine Prognose über den weiteren Verlauf des Konsums zulässt. Vielmehr seien es die Einstiegsszenarien. Jungen und Mädchen, die den Alkholkonsum nicht in der Familie lernen und sich im Jugendalter wiederholt betrinken, hätten ein hohes Risiko haben, später im Leben Substanzabhngig zu werden. Rauschtrinken ist ein Indikator für Probleme im Umgang mit Alkohol.

Neben dem Alter spielen die verschiedensten Faktoren wie künftige Erfolgsaussichten, Gewalterfahrungen in der Kindheit (vor allem bei den Mädchen sexuelle Gewalterfahrungen), Freundeskreis und Elternhaus eine wichtige Rolle. Zwischen dem Einfluss der Eltern und derjenigen des Freundeskreises haben sich Zusammenhänge gezeigt. Ein positiver Umgang zwischen Eltern und Kindern und eine starke Bindung der Kinder an die Eltern kann dazu führen, dass Kinder Freundschaften zu weniger problematischen Jugendlichen eingehen und kann sogar negative Effekte der Freunde eindämmen. Mädchen profitieren stärker von einem günstigen familiären Klima als Jungen.

Die Art und Weise, wie Jugendliche den Alkoholkonsum lernen, kann problematisch oder weniger problematisch sein. Jungen und Mädchen, die den Alkholkonsum nicht in der Familie lernen und sich im Jugendalter wiederholt betrinken, haben ein hohes Risiko, später im Leben substanzabhängig zu werden. Wiederholtes Rauschtrinken ist ein Indikator für Probleme im Umgang mit Alkohol.

Regina Burri, LT 08.04


- zurück


zur Startseitezur Startseitezur Suchseitezu den Linkszur Aktuell Seitezu den Downloads
http://www.sozialdienst-limmattal.ch/page_4_2_d