Logobalken der Organisation
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Die schwierige Situation von Frauen mit Alkoholproblemen

Erhöhter Alkoholkonsum hat gute Gründe

Frauen haben oft gewichtige Motive, wenn Sie zu viel trinken. Dies zeigt ein noch Artikel von Wilma Funke und Reinhold Scheller (in Abhängigkeiten 3/2004, SFA, Lausanne): Frauen mit Alkoholproblemen leiden häufig unter einem tiefen Selbstwertgefühl und Schwierigkeiten, sich anderen Personen gegenüber abgrenzen zu können. Zudem hilft ihnen Alkohol, Probleme wie Angst, Depressivität und schwierige Lebensumstände zu vergessen. Es gibt eine ganze Menge solch schwieriger Lebensumstände, zwei davon sind ausserordentlich typisch:

- Sie leben häufig mit Partnern zusammen, die ebenfalls zuviel trinken.
- Viele von ihnen sind physischer, psychischer oder sexueller Gewalt durch ihre Partner ausgesetzt.

Frauen trinken häufiger alleine als Männer. Für sie gibt es gute Gründe, ihr Trinken geheim zu halten: Da alkoholabhängige Frauen oft besonders schief angesehen werden, haben sie massive Scham- und Schuldgefühle. Für Frauen mit Kindern besteht noch ein zusätzliches Hindernis: Vielmals haben sie Angst, dass ihnen die Kinder weggenommen werden, wenn sie sich nach aussen hin öffnen.
Besonders Frauen, die sexuelle, physische oder psychische Gewalt bereits in der Kindheit erleiden mussten und/oder in der aktuellen Partnerschaft damit konfrontiert sind, suchen Linderung im Alkohol- oder Drogengenuss. Sie haben schon verschiedentlich erfahren, dass ihre Probleme nicht ernst genommen oder – noch schlimmer – sie selber dafür verantwortlich gemacht wurden. Deshalb haben sie Angst davor, über ihre Erlebnisse zu sprechen.

Hindernisse auf dem Weg zu einer Behandlung

Solche Erfahrungen hindern viele von ihnen daran, Hilfe in Anspruch zu nehmen und sind vielleicht auch eine Ursache dafür, dass Frauen 1,5 Mal seltener eine spezialisierte Behandlung beginnen als Männer. (Wenn sie eine Behandlung aufsuchen, tun sie dies allerdings 2 Jahre früher nach Beginn eines Alkoholproblems als Männer.)
In der Behandlung ist es wichtig, solche frauentypischen Besonderheiten gerecht zu werden und neben der Alkoholthematik auch die ursächlichen Probleme, die Familien- und Partnersituation und allfällige Gewalterfahrungen aufzugreifen.
Betroffene Frauen verfügen über eine ganze Bandbreite von Bewältigungsstrategien, auf die in der Behandlung zurückgegriffen werden kann. Die Chancen sind gross, dass sie ihre Probleme bewältigen, wenn sie diese Fähigkeiten immer wieder bewusst erfahren, gezielt ein- und umsetzen können.

Regina Burri, LT04.03.2004


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