Logobalken der Organisation
Logobalken der Organisation

Alkohol kann kurzfristig Stimmungen regulieren

Harald war oft angespannt und stand unter grossem innerlichem Druck. Obwohl er klug und experimentierfreudig war und auch ausserhalb von gewohnten Schemen denken konnte, hielt er nicht sehr viel von sich selber. Er war ziemlich desorganisiert. Weil ihn vieles interessierte, tanzte er auf verschiedenen Hochzeiten. Aber dadurch verlor er auch ein bisschen den Überblick über seine vielen Projekte und seine Zuverlässigkeit liess zu wünschen übrig. Er hatte klare Vorstellungen darüber, wie die Menschen in seiner Umgebung sein sollten. Viele Reaktionen aus seiner Umwelt machten ihn ärgerlich, manchmal sogar ein bisschen jähzornig. Die Unzuverlässigkeiten und sein wiederkehrender Ärger führten aber immer wieder zu familiären und beruflichen Schwierigkeiten. Und die Konflikte verstärkten wiederum sein schlechtes Selbstbild.

Alkohol liess einen Grossteil seines inneren Drucks und seines negativen Bildes von sich selber schmelzen. Unter Alkoholeinfluss fühlte sich Harald entspannt, guter Dinge und er war mit sich zufrieden. Die Andockstellen im Hirn, an denen Alkohol positiv wirkt, sind die selben, die bei Menschen wie Harald, zu schwach vertreten (vgl. Edel und Vollmoeller, ADHS bei Erwachsenen, Springer 2006). Er war sich zwar nicht darüber im Klaren, aber er hatte ein passendes Mittel gegen seine quälenden, negativen Stimmungen gefunden. Und so begann Harald zunehmend mehr zu trinken und fühlte sich anfangs gut dabei. Er machte die Erfahrung, dass Alkohol seine schlechten Stimmungen hervorragend ausglich.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Geschichte von Harald und seinem Alkoholkonsum glücklich. Und wenn es so weiter gegangen wäre, hätten sie bis an ihr Lebensende froh so weiterleben können. Aber leider entwickelte sich die Verbindung schlecht.

Wenn der Körper über längere Zeit mit Alkohol überschwemmt wird, unternimmt er Gegenmassnahmen. Er reduziert die Stellen im Hirn, an denen die durch Alkohol ausgelösten Substanzen positiv wirken. Damit verschlechterten sich die Probleme, gegen die Harald Alkohol eingesetzt hatte noch mehr. Ein Teufelskreis setzte ein.

Wie viele andere Menschen, die Alkohol zur Stimmungsregulierung einsetzen, experimentierte Harald mit Alkohol, um die ursprünglich positive Wirkung wieder zu erzielen. Harald begann also mehr zu trinken. Und am Anfang konnte er so die gewünschte Entspannung und das positive Selbstwertgefühl auch wieder erzielen. Aber im Laufe der Zeit funktionierte das leider immer schlechter. Weil er aber abhängig geworden war, trank er weiter, obwohl Alkohol die unangenehmen Stimmungen langfristig verschlechterte. Sein Körper signalisierte ihm bei Gedanken an Alkohol zwar noch, dass Alkohol positiv wirken würde, tatsächlich tat er es aber nur noch sehr reduziert. Aber die Erwartung an den positiven Effekt liess ihn immer wieder zur Flasche greifen.

Wie eingangs erwähnt, war Harald ein kluges Köpfchen. Er merkte also bald, dass sein Alkoholkonsum nicht mehr aufging. Weil er auch kreativ, neugierig und experimentierfreudig war, suchte er Hilfe, und begann sich auf das Abenteuer einzulassen, seine oben geschilderten und die Alkohol-Probleme zu lösen.

Haben Sie Fragen oder Bemerkungen? Wir freuen uns über Ihren Anruf!

Regina Burri, LT 07.09.2006


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